Deine Heizung ist voll aufgedreht, trotzdem nur lauwarm? Dann solltest du mal deine Heizung richtig entlüften. Mit der Zeit sammelt sich nämlich Luft im System an, die quasi die Zirkulation des Wassers blockiert. Wie du die Luft herauslässt? So…

Das Thermometer steht auf fünf, dennoch gibt die Heizung kaum Wärme ab. In den meisten Fällen ist das Problem ganz einfach zu lösen. Indem du sprichwörtlich Luft ablässt. Wie das geht, erfährst du hier und jetzt.

  1. Wann muss ich die Heizung entlüften?
  2. Was für Werkzeug brauche ich?
  3. Heizung richtig entlüften: So geht’s
  4. Muss ich auf irgendwas achten?
  5. Was, wenn das Entlüften nichts bringt?

1. Wann muss ich die Heizung entlüften?

Entlüften ist eine gute Idee, wenn diese drei Situationen bestehen:

  • Die Heizung bzw. der Heizkörper bleibt kalt.
  • Du hörst im Heizkörper ein „Gluckern“.
  • Du hast den Heizkörper vor kurzen ausgetauscht.

In diesen Fällen solltest du generell die Heizung richtig entlüften. Wobei das „lüften“ auch eine Idee ist, wenn die typische Heizperiode ansteht. Also kurz vor dem Winter. Quasi als Routinecheck.

Das Entlüften braucht jedenfalls weder besonders Kenntnisse noch Werkzeug. Gefährlich ist die Arbeit ebenfalls nicht. Selbst der Zeitaufwand hält sich in Grenzen. Pro Heizung bzw. Heizkörper benötigst du vielleicht zwei drei Minuten.

2. Was für Werkzeug brauche ich?

Eigentlich nur eines: einen Heizungsentlüftungsschlüssel. Der „Entlüftungsschlüssel“ entpuppt sich als Vierkantschlüssel, den du in jedem Baumarkt bekommst. Preis: keine drei Euro. Als kleine Helfer sind noch zwei weitere „Werkzeuge“ zu empfehlen. Und zwar ein

  • Becher
  • Lappen

Als Becher reicht dir übrigens schon ein leerer Becher von deinem Frühstücks-Jogurt oder -Milchreis. Nötig ist der Becher zum Auffangen des Wassers. Du bekommst im Handel aber auch Heizkörper-Entlüfter, die Schlüssel und Auffangbecher kombinieren. Kosten: ab rund sechs Euro.

3. Heizung richtig entlüften: So geht’s

Das Entlüften der Heizkörper selbst ist kinderleicht. Folge einfach diesen fünf Schritten:

  1. Stell’ die Umwälzpumpe ab
    Ist die Pumpe an, „wirbelt“ diese quasi die Luft im Heizsystem herum. Entsprechend hast du schlechte Chancen, die Luft komplett aus dem System herauszubekommen. Von daher ist es der erste (und wichtigste) Punkt, die Umwälzpumpe abzustellen. Anschließend solltest du mindestens eine Stunde warten. Damit sich die Luft in den Heizkörpern sammeln kann.Tipp: Bist du Mieter und kommst nicht an die Umwälzpumpe heran, schließe den Heizkreislauf in deiner Wohnung.
  2. Dreh’ die Heizkörper auf
    Alle. Und zwar auf volle Power. Also auf Stufe 5.
  3. Heizkörper-Ventil öffnen
    Jetzt kannst du an die eigentliche Arbeit gehen. Öffne mit dem Vierkantschlüssel oder (noch besser) dem Heizkörper-Entlüfter das Ventil. Dieses findest du links oder rechts oben am Heizkörper auf der gegenüberliegenden Seite des Thermostats. Tatsächlich ist das Ventil nicht mehr als eine Vierkantschraube, die du leicht gegen den Uhrzeiger drehst. Nutzt du einen simplen Schlüssel, solltest du nun übrigens den Becher unter das Ventil halten.Obacht: Bei einem Handtuchheizkörper findest du das Ventil hinten oben.
  4. Luft entweichen lassen
    Kaum ist das Ventil geöffnet, hörst du es auch schon zischen – die unerwünschte Luft entweicht. Lass’ das Ventil jetzt einfach offen. Und zwar so lange, bis aus dem Ventil Wasser tropft.
  5. Ventil wieder schließen
    Jetzt kannst du das Ventil schließen – mit dem Uhrzeigersinn. Die Luft ist raus, das heiße Wasser kann im Heizkörper wieder richtig zirkulieren. Du wirst merken, der Heizkörper wird prompt heiß.

Das war es schon zum Thema Heizung richtig entlüften. Mach’ mit den anderen Heizkörpern einfach das gleiche. Bis du alle durch hast…

4. Muss ich auf irgendwas achten?

Ja, ein paar Punkte gibt es durchaus. Und zwar diese…

  • Dreh das Ventil nicht zu weit auf. Vor allem nicht mit Gewalt. Eine viertel bis halbe Umdrehung reicht. Vorsicht ist also ein guter Rat. Zumal auch plötzlich Wasser aus dem Heizkörper spritzen kann.
  • Bist du Hausbesitzer und willst alle Heizkörper entlüften, beginne oben. Arbeite dich anschließend Etage für Etage runter. Mit anderen Worten: Fang’ mit dem Heizkörper an, der am weitesten von der Heizung entlegen ist.
  • Bist du mit dem Entlüften fertig, check’ den Druck in deiner Heizungsanlage. Falls dieser zu niedrig ist, brauchst du nur Wasser nachfüllen.
  • Den Druck zeigt dir übrigens das Manometer an. Der Idealdruck im System ist in der Norm farblich hinterlegt. So kannst du leicht erkennen, ob der Druck passt oder nicht.

5. Was, wenn das Entlüften nichts bringt?

Möglich, dass die Heizung selbst nach dem Entlüften nicht warm wird. Was nun? Dann liegt das Problem wohl an anderer Stelle begraben. Zum Beispiel am Thermostat. Das könnte verklemmt oder verkalkt sein. Was du da tun kannst, erfährst du die Tage.

Die Heizung bleibt weiterhin kalt? Dann ist es Zeit, einen Fachmann zu rufen. Eventuell auch ein Heizungswechsel. Der kostet zwar Geld, allerdings winken auch interessante Förderungen.

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